Selbstübung

Gerade an Wendepunkten in der Karriere eines Managers - wenn er mit einem schwierigen Dilemma, einer Krise oder Herausforderung konfrontiert wird - ist philosophische Selbstreflexion sehr wichtig. Wie können Führungskräfte sich die Vorteile einer solchen Selbstreflexion zunutze machen, ohne deshalb gleich einen philosophischen Berater engagieren zu müssen? Dazu sollten sie zunächst einmal innehalten und über ihre wichtigsten Wertvorstellungen nachdenken. Dabei können ihnen die Werke vieler Philosophen (männlicher und weiblicher, aus verschiedensten Kulturkreisen) helfen. Als Beispiel führe ich hier gerne mein "SANE"-Akronym für die elementaren Grundfragen von vier herausragenden westlichen Philosophen an: Sokrates, Aristoteles, Nietzsche und die Existenzialisten.

Sokrates: Welches ist die schwierigste Frage, die mir jemand über meine jetzige Vorgehensweise stellen könnte?

Aristoteles: Welche Charaktereigenschaften sind mir am wichtigsten, und wie soll ich sie in meinem Leben zum Ausdruck bringen?

Nietzsche: Wie will ich meinen "Willen zur Macht" kanalisieren, meine eigenen Interessen befördern und meinen Wertvorstellungen entsprechend handeln?

Existenzialisten (zum Beispiel Jean-Paul Sartre): Wie kann ich die volle Verantwortung für meine Entscheidungen und deren Konsequenzen übernehmen?