„Coachen ist besser als kündigen

Mitarbeiter, deren Leistungen hinter den Erwartungen zurückbleiben, werden schnell zur Belastung. Für eine kurze Zeit kann ein eingespieltes Team das ausgleichen, aber auf Dauer schlägt ein solcher Zustand mächtig auf die Stimmung und drückt die Leistung der ganzen Mannschaft. Der erste Reflex bei mehr als der Hälfte aller Führungskräfte lautet: Trennung.

Doch die arbeitsrechtlichen Hürden sind in Deutschland hoch. Ohne den Nachweis einer vorsätzlichen Verletzung des Arbeitsvertrags wird eine Kündigung schwierig und vor allem teuer. Hinzu kommen die aufwändige Suche nach Ersatz, der Aufwand für die Einarbeitung, möglicherweise Irritationen bei Kunden.

Vor allem aber beeinflusst jede Kündigung das Klima unter den verbleibenden Kollegen. Die Gefahr ist groß, dass es bald einen neuen Außenseiter gibt. Darum ist eine Kündigung in fast allen Fällen von Leistungstiefs nicht die beste Lösung. Stattdessen lohnt sich ein genauer Blick auf die eigentlichen Ursachen des Problems und auf alternative Lösungsansätze.

Mangelnde Qualifikation ist sehr selten der Grund für eine chronische Minderleistung. Der Schlüssel liegt auf der Beziehungsebene. Hier entscheidet sich, ob sich der Mitarbeiter als Teil der Gemeinschaft fühlt oder nicht. Ist das Zugehörigkeitsgefühl intakt, passt in der Regel auch die Leistung. Wichtig ist, zu verstehen, dass ein Mensch sein[…]“

Auszug aus: Johanna Fischer und Martin Fischer. „Vom Leistungstief zum Leistungshoch.“ iBooks.